Irgendwann stand ich auf der Waage und sah zum ersten Mal in meinem Leben eine dreistellige Zahl. Hab kurz geschaut. Dann nochmal. Dann die Waage beschuldigt. War sie aber nicht.
Selbstständig, Dauerstress, schlecht gegessen, zu viel geraucht. Kein dramatisches Schicksal – das ist einfach was passiert, wenn du selbstständig bist und niemand dir sagt wann Feierabend ist. Du frisst was geht, schläfst zu wenig, und redest dir ein dass das temporär ist. Ist es nicht.
Also hab ich gemacht was alle machen: Bücher gekauft, alles auf einmal umgestellt. Richtiges Essen, Fitnessstudio, rauchen aufhören, keine Schokolade – am besten noch diese Woche. Ein paar Wochen später lag das in Trümmern. Und ich war deprimierter als vorher. Nicht nur weil ich gescheitert war, sondern weil ich mir selbst bewiesen hatte dass ich es nicht kann.
Der Fehler war nicht die Disziplin. Der Fehler war der Plan. Ein Plan der nur funktioniert wenn alles perfekt läuft, ist kein Plan. Das ist Wunschdenken mit Schriftart.
Also hab ich klein angefangen. Wirklich klein. Fast peinlich klein. Ein System. Dann irgendwann ein zweites. Wenn es schwierig wird, fliegt eines raus – aber nie alles. Weil ich dann nicht wieder bei null anfange. Und null ist das Teuerste was es gibt.